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Tierhändler und Viehdiebe kaufen ganz billig oder stehlen Esel im ganzen Balkan - über Viehmärkte und auf Tiertransporten, die unkontrolliert entlang der EU-Aussengrenzen verlaufen, werden Esel, Pferde und Maultiere zusammengepfercht Tausende von Kilometern transportiert. Per Lastwagen über die Autobahn durch Slowenien oder per Schiff nach Süditalien findet die lange und qualvolle Reise der Huftiere erst in den Fleischfabriken nahe Venedig ein Ende. Als Billigfleisch werden sie in verschiedene Wurst- und Fleischerzeugnisse gemengt.
Oft ist es die reine Not, die dazu führt, dass Bauern ihre Esel
verkaufen: Tierarztbehandlungen oder den Hufschmied können sie sich
nicht leisten. Arme Bauern, die oft selbst ohne Schuhe auf den Feldern
arbeiten müssen, sind nur schwer von der Notwendigkeit einer Huf- und
Fellpflege für ihre Arbeitstiere zu überzeugen. Oft haben diese Esel
noch nie eine Hufpflege erfahren, obwohl diese lange nötig wäre.
Die
Esel - treue, gutmütige und im Balkan überlebenswichtigen
Arbeitskameraden der Kleinbauern, sind aus der heutigen Landwirtschaft
nicht wegzudenken. Ohne Not würden die Bauern ihre Tiere nicht
verkaufen. Schlachten und Essen? Niemals würden die Bauern in Bulgarien,
Griechenland oder Mazedonien dies tun.