Schluss mit der Hundehölle: Tierschutz startet Kampagne und mehrere Strafanzeigen gegen Behörden in Apulien















© Tierschutzverein Tierärzte im Einsatz
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Pressemitteilung - 27. November 2006

Zürich, Bari, Livorno - Die Schweizer Tierschutzorganisation «Tierärzte im Einsatz» (TIE) startet gemeinsam mit italienischen Organisationen eine internationale Kampagne gegen skandalöse Zustände und tierquälerische Tierheime in der süditalienischen Region Apulien. Einige Behörden und Amtstierärzte haben entgegen bestehender vertraglichen Vereinbarungen eine gemeinnützige Hilfsaktion sabotiert. Nach Polizeiaktionen gegen «Tierärzte im Einsatz» und deren Mitarbeiter reichen diese nun verschiedene Anzeigen gegen Behörden und Beamte ein.

«Was sich hier in Apulien jeden Tag abspielt ist schlicht grausam» so Stefan Weber, Projektleiter vor Ort der «Tierärzte im Einsatz» « In überfüllten und meist dreckstarrenden Löchern vegetieren die meisten der rund 40'000 Seelen ohne jede Hoffnung, krank, oft mit Bisswunden und Geschwüren, sich ständig vermehrend und ohne jede Zuwendung dahin – das nennt sich dann Tierheim – pro Tag gibt Apulien dafür über 120'000 Franken Steuergelder aus!»

Auf Bitten und Einladung italienischer Tierschutzorganisationen und Gemeinden im Salento, der südlichsten Region Apuliens, hat ein Team der in der Schweiz, Bulgarien und in Italien tätigen Tierschutzorganisation «Tierärzte im Einsatz» Mitte Oktober gemeinsam mit der lokalen Gesundheitsbehörde (ASL) (Azienda Sanitaria Locale) eine Massenkastration von Strassenhunden in der Gemeinde Salve gestartet. Das Ziel der Aktion war zunächst die Sterilisation aller 300-500 Streuner im Gebiet von sieben Gemeinden.

Nachdem das Team mit Schweizer Projektleiter, einem bulgarischen Tierarzt und einer medizinischen Assistentin aus Rumänien – die alle bereits über viel Erfahrung mit solchen Massenkastrationen in Balkanstaaten verfügen – mit Hilfe der Gemeindeverwaltungen, des Amtstierarztes und der örtlichen Polizei einige Tage erfolgreich arbeiten konnte, stoppte eine Razzia der Carabinieri die Aktion abrupt. Trotz bestehender Verträge zwischen Tierschützern, Gemeinde und ASL wurde das Team wegen illegaler Berufsausübung verzeigt, Material wochenlang beschlagnahmt und die Tierärzte wie Verbrecher behandelt.

Nach schikanöser Haft, erkennungsdienstlicher Behandlung und Ausweisung haben sich die Tierschutzorganisationen entschlossen, nun mit allen rechtlichen Mitteln gegen die Hundehölle in Apulien und diejenigen Personen, die für die Tierquälerei verantwortlich sind vorzugehen. Neben Strafanzeigen, disziplinarischen Beschwerden und Schadenersatzforderungen gegen die ASL Lecce 2 und deren Verantwortliche starten die Tierschützer auch eine internationale Petition an die apulische Regierung. Diese fordert neben den im Gesetz bereits lange vorgesehenen Hundesteuern und Kastrationen auch die Entfernung der wirtschaftlichen Wurzeln des Uebels: Die Schliessung der unvorstellbaren Hundegefängnisse, der teuer subventionierten privaten «Tierheime».

Die Tierärzte im Einsatz und ihre Partnerorganisationen sind dazu entschlossen, die seit 10 Jahren andauernde Tierqual und Misswirtschaft in etlichen dieser Hundefabriken endgültig zu beenden. Sollten Klagen auf Schadenersatz erfolgreich sein, wird die Organisation diese Mittel vollumfänglich für weitere Kastrationen der Strassenhunde in Apulien einsetzen.

Informationen: Stefan Weber, Tierärzte im Einsatz, 0041 079 405 68 20,