Hundehöllenalltag: Unser Maskottchen für das Jahr 2009 ist Lucky aus Sanarica.
![]() Bild 1: Hinter dieser Mauer unter diesen Baum ist Lucky am Mittag des 16. Januar 2009 auf der alten Landstrasse nach Sanarica mit gebrochenen Beinen vor unseren Augen ausgesetzt worden. ![]() Lucky nach der Operation Lucky erholt sich langsam |
Das ist Lucky - ein knapp zweijähriges Hündchen aus einem kleinen Dorf im Salento, in der Nähe von Lecce.
Eine ehrenamtliche Helferin der Tierärzte im Einsatz versorgte am Freitag dem 16. Januar 2008, einem kalten und verregnetem Tag, eine Gruppe von Hunden, die von uns vorgängig medizinisch versorgt und kastriert worden war. Auf dem Weg zu ihren Schützlingen fiel ihr eine ältere Limousine der Marke Fiat auf, die auf der kleinen Landstrasse eine Weile parkte, ein Mann der ausstieg und offenbar mit etwas hantierte.
Als unsere Mitarbeiterin etwas später diese Stelle passierte, sah Sie einen kleinen schwarzen Kopf im nassen Gras. Sie hielt an und warf dem Hund einen Leckerbissen hin. Doch das Hündchen machte keine Bewegung, der Kopf bewegte sich, doch der Hund blieb liegen.
Als unsere Helferin ausstieg und den kleinen Kerl in der sumpfigen Wiese näher ansah, fiel ihr auf, dass er seine Beinchen nicht mehr gebrauchte, sie waren gebrochen.
Sie rief mich an und wir brachten den kleinen Kerl zum nächsten Tierarzt mit Röntgenapparat. Unser Verdacht bestätigte sich:
Der rechte Vorderlauf war zweimal gebrochen und am linken Hinterlauf hatte der Kleine eine komplizierte Fraktur des Oberschenkels.
Vermutlich nachdem ihn ein Auto erfasst hatte, hat man dem kleinen Kerl das Halsband (Spuren deutlich sichtbar) abgenommen und ihn am Rande der einsamen Landstrasse ausgesetzt und seinem Schicksal überlassen.
Lucky hatte Glück, ausgerechnet den Tierärzten im Einsatz zu begegnen. Eine längere Operation, eine liebevolle Betreuung und heute ist der kleine Kerl schon wieder auf dem Weg der Besserung.
Sein Fall ist typisch: die drohenden Tierarztkosten (ca. 300 Euro) sind vermutlich Grund genug den verletzten Haushund zu entsorgen, Ersatz ist ja bei über 100'000 Strassenhunden schnell zu finden.
Solange diese Wegwerfmentalität lebende Tiere umfasst, solange Priester in Apulien den Kindern erzählen, Tiere hätten keine Seele, solange der Staat weder die Registrierung, noch Hundesteuern, noch den Vollzug der Tierschutzgesetze durchsetzt werden wir unsere Kampagne gegen die Hundehölle in Apulien mit aller Kraft fortsetzen. Wir wollen und können nicht wegsehen! Lucky erinnert uns jeden Tag daran, die Geduld und den Willen etwas an dieser Situation zu ändern nicht zu verlieren.


Lucky erholt sich langsam