Die Hundehölle in Apulien, Juli 2008
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Der italienische Staat fördert Massen-Tierquälerei
Seit zwei Jahren führen wir im südlichsten Teil Apuliens grosse Sterilisationsaktionen für Hunde und Katzen durch um das Tierleid wenigstens etwas zu lindern. Überraschend trafen wir dabei auf ungewöhnlich heftigen Widerstand und politischen Druck durch Behörden, Amtsveterinäre, lokale Tierärzte und vor allem Tierheimbesitzer. Profitgier und Korruption sind die Gründe für das unvorstellbare Leiden abertausender Hundeseelen.
Viele Menschen können sich kaum vorstellen, warum wir als Tierschutzverein gegen Tierheime kämpfen und uns für deren Schliessung einsetzen. Das ist verständlich, zumal der Begriff «Tierheim» bei uns gewisse Vorstellungen beinhaltet, die in krassem Gegensatz dazu stehen, was sich in Süditalien wirklich dahinter verbirgt. Wohlweislich sind diese Tierlager öffentlich nicht zugänglich. Es gibt keine Öffnungszeiten und Aussenstehenden ist der Zutritt grundsätzlich verboten.
In ganz Apulien gibt es über einhundert solcher Anlagen - oft alte Schlachthöfe oder Industrieareale in denen 50, 200, 500 oder auch 1200 Hunde eingepfercht werden. 50-70% der Hunde sind mehr oder weniger krank, haben aufgequollene Pfoten, Räude, Krebs oder Leishmaniose. 50-60'000 Hunde warten hier auf Ihren Tod - etwa genau so viele sind frei auf den Strassen, Müllhalden und Stränden. Das ist die Hundehölle von Apulien.
Das Leben eines Strassenhundes ist trotz aller Härte und Risiken unvergleichlich besser, tiergerechter und naturgemässer ist, als das jahrelange Siechtum und Sterben in den «Canile».
In den neunziger Jahren begann der italienische Staat per Gesetz privaten Tierheim-Betreibern staatliche Subventionen von einem bis vier Euro pro Tag pro Hund zu bezahlen. Ein grosses Geschäft. Mit den rund 50-60'000 Hunden, die in den so genannten «Tierheimen» eingekerkert werden verdienen Hundeheim-Besitzer, Bürgermeister, Amtstierärzte und andere korrupten Insider täglich über 200'000 Euro.
Seither sind in ganz Apulien Hundeheime wie Pilze nach dem Regen aus dem Boden geschossen, massenweise vermehren sich die Hunde dort und jeden Winter werden wieder tausende von ihnen ausgesetzt - denn so bleiben die «Strassenhunde» gut sichtbar und damit ist die Existenzberechtigung der «Heime» gegeben.
Ausser für trächtige oder läufige Hündinnen, die ausgesetzt werden, gibt es in der Regel keinen Weg aus einem Canile lebend wieder herauszukommen. Adoptionen finden kaum statt. In engen, stinkenden und verwahrlosten Boxen aus Beton oder Käfigen, meist nur winzig klein werden 2-7 Hunde in qualvoller Enge zusammengepfercht. Ihre Boxen verlassen diese Hunde nie. Mit etwas Glück erscheint einmal täglich ein Arbeiter der Kot wegspritzt und billigstes Trockenfutter dalässt. 24 Stunden täglich, 7 Tage die Woche und 365 Tage im Jahr Gebell, Gestank, Enge, Feuchtigkeit - Hitze im Sommer - Kälte im Winter.
Je nach Herkunft und Charakter werden die Hunde unter diesen «Bedingungen» entweder wahnsinnig, depressiv oder aggressiv. Ansprache, Spielen, Spaziergänge, Bäume, Gras oder soziale Kontakte gibt es für diese Hunde nicht. Weil Sie pro Tag 1-5 Euro bringen, werden diese Tiere sogar am Sterben gehindert - Leben kann man dieses Schicksal nicht mehr nennen.
Wegschauen ist keine Lösung. Wir helfen den verlorenen Seelen in der Hundehölle Italiens. Danke, dass auch Sie dazu beitragen, deren Schicksal nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Informationen: Stefan Weber, Tierärzte im Einsatz, 0041 079 405 68 20,
Wir arbeiten in Apulien eng mit dem seit Jahren erfolgreichen Schweizer Verein SOS Strassenhunde in Bern zusammen, der unsere Tierärzte mit Rat und Tat vor Ort und bei den Adoptionen unterstützt. Der Verein SOS Strassenhunde und seine Präsidentin Carmen Gieriet sind auch Gründungsmitglied der internationalen Koalition gegen organisierte Hundequälerei in Süditalien CICTO.








